Am Morgen danach

Geschrieben von: Andreas Schmidt in Evangelisation on

ProChrist 2009 ist vorbei. Heute morgen habe ich versucht mich in Ulrich Parzany hineinzuversetzen. Wie es ihm wohl geht nach den 8 Abenden? Gestern Abend hat man ja gespürt, dass er gar nicht mehr aufhören wollte und die Leute regelrecht beschworen hat, in die Beziehung zu Gott zurückzukehren und vor allem auf dem Weg – Jesus nach – zu bleiben.

Ein Grund für diese massive Betonung des selbständigen Bibellesens und der Gemeinschaft mit anderen Christen liegt sicher darin, dass die vergangenen ProChrist-Aktionen gezeigt haben: Wenn jemand eine Entscheidung trifft, danach aber nicht sofort ein Zuhause in einer lebendigen Gemeinde findet, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er oder sie nach 1 Jahr nicht mehr dabei ist. 

Bei uns waren an jedem Abend einige Gäste da, die noch keine Christen sind. Es gab auch Entscheidungen für Jesus und nach Ostern beginnt der nächste Vertikalkurs. Zugleich hat sich aber – wieder mal – gezeigt, dass für viele Menschen hier (ich geh mal vom Osten aus :-) der Weg sehr weit zu sein scheint. Schon der Weg in eine christliche Veranstaltung und erst recht dann der Schritt nach vorn, zu einer Entscheidung… Ich habe den Eindruck viele denken: „Der christliche Glaube passt einfach nicht zu mir.“ Sie sind so anders erzogen und aufgewachsen und vieles, was sie als "christlich" erleben hat mit dem neuen politischen System seit 1990 zu tun. Das ist etwas anderes als Ablehnung oder gar Verhärtung.

Fazit: Veranstaltungen wie ProChrist, in denen eine direkte, klare Botschaft verkündigt wird, sind nach wie vor ein wichtiger Baustein der Evangelisation. Daneben wird es aber darauf ankommen, dass wir viel mehr „draußen“ sind, d.h. den Menschen in unserer Stadt auf der Ebene begegnen, auf der sie stehen. Nicht ganz einfach bei unzähligen Terminen, die mit dem „Gemeindeleben“ zusammen hängen…


Kommentare (2)Add Comment
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geschrieben von Andreas Schmidt, 25.05.2009
Sorry Olli, da bislang recht wenig kommentiert wird, habe ich erstmal 'ne Weile gebraucht, eh ich deinen Eintrag gelsen habe und dann das Antworten noch ein bisschen vor mir her geschoben...
Als ich das mit dem "Menschen in unserer Stadt auf einer Ebene begegnen" geschrieben habe, war mir schon bewusst, dass es ziemlich unkonkret klingt.
Aber vielleicht ist das auch unser Problem, dass wir da noch nicht die Antwort gefunden haben.
Eine gute Ebene ist sicher das Begegnunscafé, was bei uns 1x im Monat offen hat. Da kommen eher ältere Leute hin (Senioren). Von denen waren auch welche zu den ProChrist-Abenden. Aber es ist eben auch etwas, wo sie zu uns kommen müssen...
In unserem Jugendcafé gibt es jetzt die Idee einmal im Monat einen Brunch für Eltern anzubieten, wenn ihre Kinder in der Schule sind. Es gibt etliche (vor allem) Mütter, die sich oft ziemlich überfordert fühlen. Denen wollen wir einfach etwas Gutes tun. In diesem Rahmen können dann auch Inputs anders rüberkommen, als in einer reinen Vortragsveranstaltung.
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geschrieben von Oliver Last, 06.04.2009
Ich habe mir einen Abend angeschaut und einen Predigttext runtergeladen und fand die Botschaft echt gut!
Die Zweifel am rein veransaltungsorientierten Ansatz teile ich.
Was meinst du denn konkret damit, dass wir den Menschen in unserer Stadt auf einer Ebene begegnen sollen?
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