da nahm ich all meinen Mut zusammen

Geschrieben von: Oliver Last in keine Tags  on

Mareike berichtet:

Ich soll einen Schülerbibelkreis gründen?? Als mir dieser Gedanke das erste Mal durch den Kopf ging – in der 11. Klasse – war ich einerseits erfreut/aufgeregt und andererseits hatte ich keine Ahnung wie ich es bewerkstelligen sollte. Ich bin eher von der ruhigen Art, jemand, der sich die Noten durch die seltenst vorhandene mündliche Mitarbeit vermasselt, der öfters nicht weiß, wie er seine Gedanken sprachlich ausdrücken soll, der immer wieder gerne mit Mose sympathisiert, jemand, der Leitung zwar übernimmt, aber auch gerne diese tatsächlichen Leitungspersönlichkeiten übergibt; ein einfaches Mädchen also, das Gott ab und zu mal fragt, warum Er sie nicht etwas extrovertierter gemacht hat, um für Ihn mehr zu erreichen… Tja, und ich sollte jetzt einen SBK gründen? Ich muss schon sagen, Du hast Humor, Gott. ;)


Aber Anfang der 12 habe ich es dann tatsächlich getan. Ja, ich stand morgens auf, ging zur Schule, nahm all meinen Mut zusammen und stapfte zur Höhle des Löwen – das Lehrerzimmer.  Dort trug ich also mein Anliegen der Vorsitzenden der Relilehrer vor, die nahm es wirklich positiv auf, meinte, es sei eine echt gute Idee… aber leider nicht realisierbar in der Schule, da diese dem Neutralitätsgesetz der Schule unterliege. Ich versicherte natürlich nochmals mit tiefstem Nachdruck, dass es eine reine Schülerinitiative sein würde und es mir wirklich wichtig sei. Nein, nicht wirklich. Ich schwieg. Ich schwieg und nickte verständnisvoll. Und ganz ehrlich: Ja, einerseits war ich enttäuscht, aber andererseits – zu meiner Schande – fühlte ich auch etwas von Erleichterung. Erleichterung, dass ich vor meinen Freunden das Ganze nicht starten müsste. Die wissen zwar, dass ich Christ bin, aber einen SBK zu gründen, das ist ja dann ein Stück „krasser“.

Tja, menschlich gesehen, hatte ich mich gut aus der Affäre gerettet: Ich hatte das getan, was Gott wollte, aber leider wurde es mir nun mal verboten. Alles wäre gut gewesen, wäre da nicht dieses beständige Gefühl in mir geblieben, einfach nochmal zu fragen. Und „zufälligerweise“ lief mir das Thema SBK auch durch Zeitschriften etc. immer wieder über den Weg und es gab wirklich perfekte Situationen in der Schule, in denen ich hätte nochmals fragen können. Gott hatte es noch nicht abgehakt. Ich wusste es und doch brauchte ich so lange. Aber Mitte Februar diesen Jahres endlich – ich bin jetzt in der 13 – fragte ich nochmals und plötzlich wurde es mir erlaubt (oh Wunder! Als hätte ich es nicht gewusst… ;)).

Dann ging alles auch sehr schnell. Ich hing an allen Eingängen der Schule Werbeplakate aus (die man einfach aus dem Internet ziehen kann: www.schuelerbibelkreis.de ), meine Freunde fingen an Wetten abzuschließen, wie viele beim ersten Mal kommen würden (Das ging von 0 bis zwangsweise 9, weil die Regel war, dass man keine Zahl doppelt nehmen durfte… Sonst wäre es wohl nicht höher als 4 geworden. ;)), ich selber freute mich innerlich auch so auf drei oder vier, und dann war es auch schon soweit: Am 26.02.2009 saß ich in Raum 259 am Anfang der zweiten großen Pause und wartete auf Leute. Es klingelte. Der Lärmpegel stieg. Kinder rannten am Raum vorbei in die Pause. Ich wartete und betete. Und plötzlich kamen tatsächlich fünf (sehr coole) Jungs aus der 11 herein. Sie interessiere einfach, was das hier so sei. Okay, also fing ich die Andacht mit ihnen an. Etwa fünf Minuten später klopfte es an der Tür. Noch ein paar Jungen aus der 11 und eine Schar Mädels (aus der 10.-12. Stufe)kamen herein. Plötzlich saß ich da mit 15 (!) jungen Menschen und durfte mit ihnen über Gott nachdenken und beten. Unser Vater, Du bist echt krass!! Ich war so überwältigt an diesem Tag von Gottes Wirken. Und Gott hörte nicht auf zu wirken! =)

In der nächsten Woche wurde der Wunsch geäußert, dass wir uns öfter treffen, weil nach der Andacht in der großen Pause gar keine Zeit mehr bleibe, sich auszutauschen. Also fing ich an mittwochs in der 2. großen Pause die Andacht zu machen und donnerstags in der 2. großen Pause eine Austauschzeit zu haben. Und Gott hörte nicht auf zu wirken! =)

Drei Wochen später traute ich meinen Augen nicht: Eine Schar aus der 7. Klasse dachte sich auch mal vorbeizuschauen und plötzlich saß ich da mit ca. 30 (!!!) Leuten! Nein, der Raum war nicht für so viele angelegt. ;) Da die „Kleinen“ nun auch regelmäßig kommen wollten, habe ich die Gruppe getrennt und so treffe ich mich jetzt mit den Kleinen mittwochs in der 1. großen Pause.

Zu jedem Treffen kommen jetzt ca. 10 Kinder bzw. Jugendliche regelmäßig, wobei bei den Kleinen keiner einen Gemeindehintergrund hat und bei den Großen nur meine sechs Mädels in eine Gemeinde gehen. Der SBK ist so eine große Möglichkeit in der Schule, weil wirklich Leute kommen, die sonst wohl kaum eine Kirche betreten würden.

Was ich alles durch das Ganze gelernt habe? Zum einen, dass Gott wirklich Aufträge für uns vorbereitet hat – für jeden! – und dass Er uns auch dazu fähig macht, diese auszuführen. Das heißt nicht, dass alles immer total glatt läuft, aber dass Er uns – gerade in Durststrecken – hilft, Ausdauer zu bewahren. Zum anderen habe ich gelernt, dass wir das, was Gott sagt, einfach tun sollten. Gott hatte zwar unglaublich viel Geduld mit mir, aber jetzt tut es mir auch im Herzen weh, dass ich so lange gewartet habe, weil es bis zu den Sommerferien nicht mehr lange hin ist und ich danach nicht mehr weitermachen kann. Deshalb flehe ich dich an, egal, wer oder wo du bist, wenn du weißt, was du zu tun hast, warte nicht! Begehe nicht den gleichen Fehler wie ich! Und noch eine Sache: Unterschätze unseren allmächtigen Vater niemals. Er ist immer für eine Überraschung gut! =)


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