„Die Übungen des Leibes...
sind zu wenigem nütze.“ - dieses Bibelzitat (1.Timotheus 4,8) war in meiner Jugendzeit ein Schlagwort derer, die sportliches Training als bedenklich darstellen wollten. Ein „kleines bisschen nützlich“ sei die Leibesertüchtigung schon, aber die wirklich wichtigen Werte lägen doch eher im Bereich des Geistlichen. Schon damals (als engagierter Judoka) kamen mir Zweifel, ob der Text wohl richtig verstanden wurde. Ich möchte die Frage unbeantwortet an den Leser weitergeben: Möchte Paulus in diesem Text sagen, dass Klimmzüge, Liegestütze und Kniebeuge nebensächliche Zeitverschwendung sind? Und dass der Körper ohne große Bedeutung ist?
Für Wachstum sind Nährstoffe erforderlich. Es gibt verschiedene Nährstoffe, die Lebewesen benötigen. Nun muss man kein Biologe sein um zu wissen, dass fehlendes Wachstum seinen Grund im Mangel an Nährstoffen hat. So ist das auch im geistlichen Leben. Wir wachsen im Glauben, wenn wir geistliche „Nährstoffe“ in uns aufnehmen können.
Wie denke ich über mich selber? Jeder Mensch hat eine Selbsteinschätzung. Davon hängt auch ab, wie man anderen begegnet. Ob die Atmosphäre in einer Gemeinde von Gnade und Vergebung geprägt ist, hängt ganz stark damit zusammen, wie der Einzelne - wie ich mich selber - sehe. Von meiner Selbsteinschätzung wird auch die Einschätzung des anderen - und damit mein Verhalten ihm gegenüber - abhängen.