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Eskalation um die Wahrheit - Primitiv-skandalöse Demonstration gegen das Christival PDF Drucken E-Mail
Es ist Mittwochabend, der 30. April. Bei Sonnenschein kommen mehr als 15000 meist junge Leute in Bremen an, um bei dem Christival dabei zu sein.
Schon auf dem Weg zum Messegelände direkt hinter dem Hauptbahnhof werden alle herzlich mit belegten Brötchen, Kuchen und anderen leckeren Sachen empfangen. Kostenlos, denn die Christen der Freien und Hansestadt Bremen sind freigebig und freundlich. Da stören kaum einige Demonstranten mit Schildern „Homosexualität ist eine Krankheit und die Erde ist eine Scheibe“…
Direkt neben dem Messegelände wird heute eine Gegendemonstration stattfinden durch eine „no Christival“- Allianz. Eine friedliche Demonstration? Das hatte ich gedacht, als ich mit meinem Reportagegerät und Kamera zu diesem Treffpunkt gehe. Ich wollte Argumente hören, aber es kam anders…

Was wirklich in Bremen passiert
Die Pressekonferenz am 24. April

Auf der Pressekonferenz bleibt alles ruhig. Artig stellen die Journalisten ihre Fragen, die sich um Homosexualität und Abtreibung drehen. „Meinen Sie immer noch, dass auch nach einer Vergewaltigung eine Frau nicht abtreiben darf?“ Dr. Roland Werner, 1. Vorsitzender des Christivals antwortet auf diese Frage, in dem er das Problem weiter fasst: „Es ist grausam, dass überhaupt Vergewaltigungen in unserer Gesellschaft passieren!“ Unwillkürlich muss jeder Journalist weiterdenken: Unsere Gesellschaft? Welche Wertmaßstäbe gelten denn da? Und wer tritt denn für sexualethische Werte ein? Sind das nicht die Christen? Die jetzt in Bremen in einer bisher nicht bekannten Weise diffamiert und angegriffen werden?
„Kinder, die in Bremen aufwachsen, haben bundesweit die schlechtesten Chancen!“ Der Satz sitzt. Und wieder kann jeder schlaue Journalist (andere gibt es ja nicht) für sich weiterdenken. Welches sozial-diakonische Engagement kommt eigentlich von den Christivalgegnern?
Ist das nur ein Schlagabtausch zwischen Christen und Atheisten? Wer in Bremen genau hinschaut, merkt, dass es so etwas bisher in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg nicht gegeben hat und ich ahne, dass eine neue Phase für uns Christen angefangen haben könnte…

Ein kurzer Rückblick
IDEA berichtete: „Nach harscher Kritik des Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) ist eine Veranstaltung des Jugendkongresses Christival zur Homosexualität abgesagt worden. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer seiner Fraktion und bekennende Homosexuelle hatte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) am 8. Januar aufgefordert, entweder die Absage des „Homosexuellenheilungsseminars“ durchzusetzen oder ihre Schirmherrschaft für den Kongress zurückzugeben. Der Politiker wirft dem Treffen, das vom 30. April bis 4. Mai in Bremen stattfindet, vor, „gefährliche Psychokurse und minderheitenfeindliche Angebote“ zu machen. Seine Kritik richtet sich gegen das Seminar „Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung“, das von zwei Mitarbeitern des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (Reichelsheim/Odenwald) angeboten werden sollte.“
Volker Beck (Bündnis90/Die Grünen) startete eine kleine Anfrage im deutschen Bundestag. Aber offensichtlich war damit die Thematik nicht vom Tisch. Im Gegenteil…

Der Widerstand eskaliert
In Bremen formiert sich ein gebündelter Widerstand. Hier die Selbstdarstellung dieses Bündnisses:

 
Das „Bündnis: Freiheit für Vielfalt“- Wir bewegen etwas in Bremen.
Das Bündnis “Freiheit für Vielfalt“, bestehend aus verschiedenen schwul-lesbischen Initiativen, politischen VertreterInnen, Menschenrechtsorganisationen sowie privaten engagierten Bremer BürgerInnen, kritisiert intolerante Einstellungen der Christival VeranstalterInnen.
Die Augen dürfen nicht verschlossen werden, wenn u.a. homophobe und abtreibungsfeindliche sowie andere menschenrechtsfeindliche Ansichten öffentlich unter tausenden Jugendlichen verbreitet werden.
Durch Aufklärungsaktionen rund um das Festival will das Bündnis der Öffentlichkeit und den TeilnehmerInnen deutlich machen, dass es nicht ausreicht, Intoleranz nur zu verschweigen. Stattdessen wollen wir durch ein buntes Informationsangebot nicht nur auf die Diskriminierung hinweisen, sondern ihr auch aktiv die Grundlagen entziehen.
Wir setzen uns dafür ein, dass Bremen weiterhin eine Stadt der Vielfalt sein kann, in der jede(r) das Recht darauf hat, seine/ ihre Freiheiten zu schützen und zu leben.
So werden wir mit Info-Tischen an verschiedenen Veranstaltungsorten des Christivals präsent sein und auch durch Plakate und Flugblätter auf unsere Anliegen hinweisen.

Arbeitskreis Lesben- und Schwulenpolitik Bremen
BEFAH (Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen)
BEFAH Elterngruppe Bremen im Rat & Tat Zentrum
Belladonna Kultur-, Kommunikations- und Bildungszentrum für Frauen e.V.
Bündnis '90/ Die Grünen Bremen
Café Bi-It für bisexuelle Menschen und ihre FreundInnen
Da capo al dente Schwul-lesbischer Chor
Frauen in Schwarz Bremen
Grüne Jugend Bremen
HuK (Homosexuelle und Kirche) Bremen
MeRSI (Menschenrechte und sexuelle Identität) Gruppe von amnesty international
Mondaysisters offene Lesbengruppe
Rat & Tat Zentrum für Schwule und Lesben e.V.
Respekt SchwuLesBische Jugendgruppe
Schwule Väter, Ehemänner und Freunde Gruppe
Stand.Up
Kultur- und Kommunikationsverein für Schwule und Lesben in Bremen e.V.
 


Vor Beginn des Christivals hat sich dann ein „No Christival“-Bündnis gebildet, in dem u.a. neben den Homosexuellen-Verbänden auch die Walpurgisnacht-Bewegung eingestiegen ist. (30.April ist Walpurgisnacht) Für Mittwoch (30.4.) und für Freitag (2.5.) wurden „Anti-Christival-Demos“ in Bremen angemeldet.

Die eskalierende Situation
Mittwoch, 30. April 19 Uhr. Auf dem Platz, wo die Gegendemonstration beginnen soll, sind nur wenige „Verantwortliche“, die mich sofort ansprechen, aber enttäuscht reagieren, als sie hören, dass ich von der „evangelikalen Presse“ komme. Mein Versuch, sachlich über strittige Punkte zu reden, über Homosexualität, Abtreibung und das Verständnis von Toleranz scheitert. Man will nicht argumentieren. Was man will, erlebe ich dann später…
Gegen 20 Uhr haben sich ca. 450 Demonstranten mit absurden Texten auf ihren Bannern und Plakaten versammelt. Glauben diese Leute vielleicht, was auf ihrem Schild steht: Die Erde ist ein Scheibe?
Mir wird verboten, weiter zu fotografieren. Sehr tolerant. Dann zieht die Demo von der Polizei begleitet langsam am Christivalgelände, das man mit einem Drahtzaun gesichert hat, vorbei. Ich fotografiere vom Straßenrand. Wieder will mir eine Frau das verbieten. Ich berufe mich darauf, dass ich in der Öffentlichkeit einen öffentlichen Demonstrationszug fotografieren darf und werde. Ich sage noch, dass jeder auf dem Christivalgelände fotografieren darf, so viel er möchte.
„Hier eben nicht“, wird mir gesagt. „Das ist eine Einschränkung der Meinungsfreiheit und Grundrechte“ entgegne ich. „Ja das ist so und wollen wir so“ sagt mir die junge Feministin. Fängt bei uns die DDR wieder an? Aber dann bin ich mitten im Tumult, als etwa 100 Demonstranten ausbrechen, den Abgrenzungszaun des Christivals zerstören und in die Veranstaltung stürmen.
Erst der Einsatz von massiven Polizeikräften ordnet das Durcheinander. Es gibt Verletzte und auch zwei Festnahmen, und verspätet zieht die Demo weiter durch Bremen…

Hier die offizielle Pressemitteilung:

Parallel zur Christival-Eröffnung demonstrierte ein antisexistisches Bündnis „No Christival“. Daran beteiligten sich rund 450 Personen hauptsächlich aus der homosexuellen und linken Szene. Sie formierten sich wenige hundert Meter entfernt von der Christival-Eröffnung zu einem Protestzug. Etwa 100 Demonstranten durchbrachen die Absperrungen. Einige warfen Feuerwerkskörper. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Zwei Personen wurden vorübergehend festgenommen. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch ermittelt, teilte der Ständige Polizeiführer, Stefan Kiprowski, idea mit.
Demonstranten: „Nie wieder Jesus“
Die Demonstranten skandierten Sprüche wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“, „Masturbieren statt Missionieren“ oder „Nie wieder Jesus“. Mehrfach wurden über Lautsprecher Evangelikale und Nazis in einem Atemzug genannt. In Flugblättern warfen Demonstranten den Christival-Veranstaltern „extrem konservative und rechte Weltbilder“ vor, „die gekennzeichnet sind von einer wortgetreuen Bibelinterpretation, Homophobie und Sexismus“. Polizei-Vertreter Kiprowski zeigte sich von der teilweise eskalierenden Situation überrascht: „Mit diesem Verlauf haben wir nicht gerechnet.“ Für die angekündigte Protestkundgebung am 3. Mai müsse man sich nach diesen Erfahrungen anders einstellen. (idea)
 



Warum in Bremen mehr passiert, als wir ahnen…

1. Licht und Finsternis treffen aufeinander
Weil wir sagen, was die Bibel als falsch und richtig beurteilt, weil wir sagen, was Gott Sünde nennt, deshalb hassen uns diese Leute. Die Vertreter der „Walpurgisnacht“ vertreten für einen einigermaßen intellektuell ausgestatten Menschen absurde Theorien, aber das macht nichts, solange niemand Werte vertritt, die Lebenspraktiken hinterfragen und Sexualität eingrenzen.
Hier wird deutlich, was Jesus Christus sagte: „Die Welt hasst mich, weil ich von ihr zeuge, dass ihre Werke böse sind!“ (Johannes 7,7)

2. Eifersüchtiger Fanatismus
Da veranstalten 15 – 20000 junge Leute ein friedliches Festival. Neben den Veranstaltungen und Workshops gibt es viele sportliche und kreative Aktivitäten. Ohne Saufen und Schlägereien. Ärgert das die Gegenseite? Weil Christen, wie die Demo-Leute meinen, ja arme Menschen sein müssen, weil sie Sexualität nach biblischen Grundsätzen in ihr Leben einordnen?

3. Imagegewinn des christlichen Glaubens in Bremen?
Die Polizisten auf dem Christivalgelände haben eigentlich nichts zu tun. Sie merken, dass ist hier keine „Love-Parade“ und kein „Freimarkt“. Schlägereien fallen aus, Bierleichen gibt es nicht und auch die Stadtreinigung kann die Sonderschichten jetzt schon streichen. Auch die Wallanlagen müssen nicht von Kondomen gesäubert werden. Es ist eben (fast) alles anders! Hat das „no-christival“-Bündnis davor Angst? Dass die Christen punkten und das auch das eigene Lebenskonzept hinterfragt wird?

4. Wahrheit kann man nicht unterdrücken
Das funktioniert immer nur eine Zeit lang. Und was gut oder böse ist, was richtig oder falsch ist, wissen nicht wir. Das sagt uns Gott (Micha 6,8), während Philosophien etwas von Menschen Ausgedachtes sind und deshalb laufend korrigiert werden, verworfen und neu erfunden werden müssen.
Warum stellt man sich nicht den Tatsachen, dass z. B. Aids gar kein Thema wäre, wenn es nur treue eheliche Beziehungen geben würde?
Und Abtreibung? Wenn Abtreibung nichts mit Sex zu tun hätte, wäre sie nie eingeführt worden. Abtreibung wird als Form von (nachträglicher) Geburtenkontrolle praktiziert, weil man Sex ohne Kinder haben will. Die Unschuldigsten werden geopfert. Abtreibung wegen der Kopulation! Und damit tötet man unsere Zukunft, denn die demographische Entwicklung sähe ohne Abtreibungen ganz anders aus.


Wird sich das Klima in Deutschland verändern?
Es hat sich schon geändert und die Reaktion auf das Christival zeigt symptomatisch, wohin die Reise geht. Man predigt Toleranz und lebt fanatische Intoleranz. Das sind meine konkreten Erfahrungen am Anfang des Christivals.
Erstaunlich ist auch, wie Behörden immer vorsichtiger werden, und „einknicken“, weil eine Minderheit opponiert und auch gewaltbereit ist, wie die Übergriffe gezeigt haben.

Wir Christen kommen in eine neue Phase. Das hat auch Vorteile, denn jetzt werden Konturen deutlich. Aber auch die Alternative eines Lebens mit Gott und Jesus Christus.
Die Bremer werden das durch die fast 20000 jungen Leute merken, die ihre Seele und ihren Körper nicht mit Gift füllen, sondern mit Lebenssinn durch Jesus.

Ich habe mich gefreut, dass sich im Vorfeld des Christivals viele Institutionen und Personen spontan hinter diese Veranstaltung gestellt haben. Selbst wenn man nicht mit allen Inhalten einverstanden ist. Auch ich beurteile Einiges eher kritisch.
Vermisst habe ich die positive Reaktion der Leute und Publikationen, die sonst sehr schnell wissen, was verkehrt läuft, die ständig vor vermeintlichen Fehlentwicklungen warnen, die wissen, dass schon vor vier Jahren der Iran durch Amerika eigentlich hätte angegriffen werden müssen und was alles im christlichen Bereich verkehrt läuft. Jetzt nur Schweigen oder Randnotizen. Schade.

Chancen…
Weil niemand die Gemeinde überwinden kann, und weil Jesus der Sieger und kommende Herr ist, haben wir einen sehr großen Auftrag in Deutschland!
Ich bete, dass in Bremen die Liebe Gottes Menschen erreicht, Menschen, die sich in unserer gottlosen Gesellschaft verirrt haben.

Dieter Ziegeler (Perspektive Juni 2008)

 
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