Für Wachstum sind Nährstoffe erforderlich. Es gibt verschiedene Nährstoffe, die Lebewesen benötigen. Nun muss man kein Biologe sein um zu wissen, dass fehlendes Wachstum seinen Grund im Mangel an Nährstoffen hat. So ist das auch im geistlichen Leben. Wir wachsen im Glauben, wenn wir geistliche „Nährstoffe“ in uns aufnehmen können.
Es mag auch Sonderfälle geben, wo Wachstum durch Mangel geschieht. Ein
überwässerter Blumentopf muss getrocknet werden, aber das soll nicht
unser Thema sein. Es soll auch nicht um den rettenden Glauben an Gott
gehen, sondern um das kontinuierliche Wachstum im vorhandenen Glauben
und Vertrauen auf Gott.
So möchte ich hier kurz von einer Art „Nährstoffkur“ berichten. Wir
haben jetzt vielleicht Kurse, Seminare, Workshops, Bibelschulen und
vieles andere vor unserem Auge. Ich bin mir sicher, dass die
Veranstalter dieser Möglichkeiten wirklich an die Förderung des
Glaubens denken.
In Galater 1, 16-17 wird berichtet, dass Paulus drei Jahre nach Arabien
ging. Diese Bibelstelle hat mich immer wieder zum Nachdenken
herausgefordert.
Es wird nicht berichtet, dass Paulus Menschen um Rat fragte oder eine
theologische Fakultät besuchte. Aber die Gemeinschaft mit Gott in
dieser (langen) Zeit hatte gravierende Folgen für Paulus und seinen
Dienst. Später verkündigt er das Geheimnis des Christus. Gemeinschaft
mit Gott und mit Gläubigen sind wichtige Bausteine für das
Glaubenswachstum.
Fazit dieser drei Jahre war, dass Paulus erst dann die Apostel und
andere Gläubige besuchte und alle feststellten, dass Paulus jetzt den
Glauben verkündigt, den er früher zu vernichten suchte.
Wie kam es dazu, dass er genau den Glauben verkündigte, dass es keinen
Widerspruch von seiner Erkenntnis zu der der Apostel gab?
Paulus nahm sich Zeit für Gott, sein Wort und für sich selbst. Ich
behaupte an dieser Stelle, dass er allein Gott zu sich reden lies.
Gerade aus dieser Überlegung heraus erkannte ich die Notwendigkeit,
mich intensiv mit Gottes Wort zu beschäftigen. Eine Pflanze kann nicht
wachsen, wenn sie keine Nährstoffe erhält bzw. die Nährstoffe nicht
direkt in ihren Lebenskreislauf gelangen können. Wir können Wissen aus
Kommentaren, Menschen und Fakultäten anhäufen und doch stagnieren.
Gottes Wort muss direkt in unseren Lebenskreislauf hineingelangen
können, wir müssen es in uns aufnehmen und seine Wirkung entfalten
lassen!
Die wenigsten Christen bekommen den ausdrücklichen Auftrag, sich wie
Paulus für drei Jahre zurückzuziehen. Eines bleibt aber für alle
gleich: Gott möchte seinen Sohn in dir offenbaren. Unser Herr hat es an
anderer Stelle kommentiert (Johannes 14,21): Wer sich an meine Gebote
hält und sie befolgt, der liebt mich wirklich … ich werde mich ihm
offenbaren.
Ich soll also ihn - unseren Herrn - besser verstehen und das fördert
den Glauben. Bei ihm sind Nährstoffe, die ich allerdings suchen muss.
Zur Klarheit ein kurzes Beispiel: Ich kaufte mir unlängst ein Buch für
die Autoreparatur („So wird´s gemacht“). Ich habe nie vor
Fahrzeugmechaniker zu werden. Allerdings verstehe ich das eine oder
andere am Auto besser, nachdem ich die jeweiligen Abschnitte gelesen
habe.
So ist Wachstum im Glauben auch nur dort möglich, wo wir uns aktiv Zeit
für Gottes Gedanken nehmen. Seine Gedanken finden wir in seinem Wort,
im Gespräch mit unserem Herrn Jesus. Wie schon gesagt, diese besonderen
drei Jahre des Paulus sind nicht bei jedem von uns drin und dran. Wer
sich allerdings, um die bereits verwendete Zahl zu nehmen, auf 3
Minuten beschränkt und diese vielleicht noch auf den Tag verteilt, wird
nie, um bei dem Beispiel des Autos zu bleiben, etwas „reparieren oder
verstehen“ können.
Wachstum ist nur durch intensive Gemeinschaft mit Gott möglich!
Nimm dir daher bewusste Zeit – damit meine ich nicht nur Minuten oder
Stunden sondern durchaus Tage, auch nicht unbedingt das zur Erholung
dienende Wochenende. Nein, nimm dir einmal Urlaub und mach eine
geistliche „Nährstoffkur“. Ich habe es selbst als äußerst hilfreich
empfunden, solche Zeiten der Stille zu haben, wo Gott zu uns reden
kann, und es ist mir immer wieder gelungen, solche Urlaubstage zu
finden.
Ich setze an dieser Stelle voraus, dass es uns generell kein Problem
bereitet, Zeit – auch die Urlaubszeit – für Gott einzusetzen. Wachstum
benötigt Zeit und persönliche Stille vor Gott, wie es ein schönes altes
Lied aussagt: Lass mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und
dich Wirken lassen.
Stell dir dann noch vor, Gott redet zu dir so, dass du mit anderen
Gläubigen in Übereinstimmung lebst, redest, liebst und diese
Geschwister dann um deinetwillen Gott anbeten und vielleicht auch
anfangen sich Zeit für Gott zu nehmen (Galater 1,24).
Das ist dann Glaubenswachstum mit durchschlagendem Erfolg. Es geht
sicher nicht um berechenbaren Erfolg, aber um deine Beziehung zu Gott,
die wiederum andere motiviert. Ich durfte es selbst erfahren.